Barbara Lüneburg

Komposition____________

Barbara Lüneburg

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Inspiriert von vielen Jahren intensiver Arbeit mit Komponisten und ihrer Tätigkeit als Improvisatorin komponiert Barbara Lüneburg seit 2004 vorwiegend elektroakustische Solo- und Kammermusik.

Im Rahmen ihrer neuen Forschung zu Verschiebungen im Selbstverständnis von Performern und Macht- und Kreativitätsverhältnis zwischen Komponierenden und Performer*innen enstand die Komposition Oskulation, die Barbara Lüneburg als Teil ihres Solorecitals bei Wien Modern 2018 uraufführte. Inspiriert von der graphischen Partitur "Osculations" von Logothetis nutzte Lüneburg den Hörsaal D, der Pathologie des Wiener Universitätskrankenhaus, als örtliche Gesamttoberfläche zur Aufführung ihrer Komposition. Gleichzeitig schaute sie in einem übertragenen Sinne auch auf temporale Räumlichkeit. Die Zeit, in der Logothetis seine graphischen Partituren entwickelte, das Jahr 1964, war eine politisch aufgeladene Zeit ähnlich wie 2018, das Jahr der Uraufführung von Lüneburgs Werk. Es ging damals um die Erneuererung der Gesellschaft auf der Basis demokratischer Werte, um Fragen der Autorität des Staates, und um die Suche nach einer neuen geistigen und gesellschaftlichen Haltung nach dem Nationalsozialismus. Lüneburg benutzt ihrerseits Texte, die um Demokratie, um Emanzipation, um Machtbeziehungen und um die (emanzipierte) und kreative Stimme von Performern kreisen, sowohl im großen Rahmen, dem internationalen Kulturbetrieb, als auch im kleineren, innerhalb der Beziehung Komponist-Performer.

Im Rahmen ihres Forschungsprojektes TransCoding – From 'Highbrow Art' to Participatory Culture enstand die halbstündige Komposition Slices of Life für Violine, Soundtrack und Video, die Barbara Lüneburg komponierte, wobei sie künstlerische Beiträge in Form von Bildern, Texten und Klängen einer Online Community (2016/17) in Komposition, Narrativ und Video miteinbezog.



Die Serie audiovisueller, partizipative konzipierter, interaktiver Installationen Read me wiederum ermöglichte Communitymitgliedern ihres künstlerischen Forschungsprojektes TransCoding - From 'Highbrow Art' to Participatory Culture sich ganz persönlich jede Installation anzueignen.

Barbara Lüneburg arbeitet unter anderem mit field recordings, sie remixt mexikanische Folklore mit Natursounds, und komponiert Soundscapes für ihre zeitweilige Heimat Wien (beispielsweise "Favoriten" - ein Soundscape vom 10. Bezirk in Wien komponiert für das Festival musikprotokoll im steirischen Herbst (2013)). Darüberhinaus enthalten ihrer Stücke oft spezifisch performative Elemente wie beispielsweise die Komposition"My favourite reading" für fünf Aufführende mit Gettoblustern oder "Oskulation" für Hörsaal D der Pathologie des Wiener Universitätskrankenhaus.

Darüberhinaus hat sie in enger Zusammenarbeit mit Komponisten gemeinsam Stücke entwickelt, die international erfolgreich waren. Hervorzuheben ist dabei ihre Kollaboration mit Alexander Schubert in der Entwicklung des Stückes "Weapon of Choice" für Violine, Bewegungssensor und Live-Video, mit Nick Fells für "CoS" für Violine und Live-Elektronik und Sascha Demand für "Blenden" für zwei elektrische Violinen und Zuspiel mit präparierten Geigen, und ein Zyklus von drei Kompositionen, die sie gemeinsam mit dem Duo David Stalling/Anthony Kelly komponiert hat.

Ausgewählte Kompositionen:

"Oskulation" (2018) für Violine, Sprecher, 4 Wonderbooms und quadrophonen Soundtrack mit Texten von Jennifer Torrence, Abbie Conant, William Osborne, Karlheinz Stockhausen, Vinko Globokar | Uraufführung 2018 beim Festival Wien modern,

"Slices of Life" (2017) für Violine, Soundtrack und Video unter einbezug von künstlerischen Beiträgen der Community des Forschungsprojektes TransCoding in Form von Bildern, Texten und Klängen | Uraufführung 2017 beim Musikvermittlungskongress mica in Graz/Österreich. Seither weitere Aufführungen in Kanada, Deutschland, Österreich, Rumänien, Estland und Dänemark.

"Read me" (2016) interaktive, audiovisuelle Installation | Uraufführung beim Festival Schmiede in Hallein, Österreich

"They speak in layered..." für Violine, Soundtrack und Video (2015)

"Soundwaves" für elektrische Violine mit einem Soundtrack aus Synthesizerklängen und einem Part für akustische Violine (2013), Uraufführung 2014 im Museum Essl, Klosterneuburg bei Wien

"Mix-Down" nach einer Inspriation von Cardew (verstärkte Zither und Violine, Live-Elektronik und Soundtrack) 2013 | Uraufführung auf dem Festival "Gemischter Satz" in Alte Schmiede, Wien

"Favoriten" - ein Soundscape vom 10. Bezirk in Wien komponiert für das Festival musikprotokoll im steirischen Herbst (2013).

"R.E.M.-cycle" (Insidepiano, E-Gitarre, Live-Elektronik und Licht) 2006
Uraufführung auf dem Festival "sound around" in Malmö (Schweden)

"Wribbeln" (für drei Performer mit verschiedenen Bällen/Ballons und Live-Elektronik) 2006
Beauftragt von der FIFA | Uraufführung im FIFA-Globus, Hamburg/Germany

"Vonk" (für drei Spieler mit Wasser, Steinen, Tannenzapfen, live-Elektronik und Soundtrack) 2004 | Uraufführung auf dem Festival "Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik", Live-Mitschnitt vom ORF

"My Favourite Reading" (für fünf Performer mit Ghettoblastern) 2004 | Uraufführung auf dem Festival "Hamburger Musikfest" 2004.

Gemeinsame Kompositionen mit Anthony Kelly und David Stalling für den Zyklus "A journey"

  • a way into a place (Viola, Soundtrack, splitted video images) 2010
  • possible flightpaths (Violine, zwei Improvisatoren mit analogem Instrumentarium aller Art, Soundtrack und Video) 2011
  • inner self (Violin, Plattenspieler, Video, Licht und Schuhe) 2012

Alle Werke wurden auf dem Festival "Hilltown New Music Festival" uraufgeführt (2010/11/12).

Musik zu Film:

  • 2013 - "Aging" Video Anthony Cerniello, Musik: Barbara Lüneburg (unveröffentlicht)
  • 2010 – "A way into a Place" für Viola, Soundtrack und Videoprojektionen von Barbara Lüneburg, David Stalling, Anthony Kelly
  • 2009 – "Lucent Lines" Fassadenprojektion von Greta Gröttrup mit Musik von Burkhard Friedrich und Barbara Lüneburg
  • 2007 - Berlin Symphonie einer Großstadt (Entwicklung einer live-gespielten Filmmusik als Gemeinschaftskomposition von Sascha Demand, Barbara Lüneburg, Oleg Dziewanowski und Augsburger Tafelconfect)

Weitere intensive Kollaborationen mit beispielsweise

  • Nick Fells für "CoS" für akustische Violine und Live-Elektronik 2007
  • Sascha Demand für "blenden" für zwei E-Violinen und Soundtrack für vier präparierte akustische Violinen 2008
  • Alexander Schubert für "Weapon of Choice" für Violine, Bewegungssensor und -tracker, Live-Elektronik und Live-Video 2009; Uraufführung auf dem Festival "Blurred Edges" in Hamburg in 2009. Das Stück wurde seither weltweit aufgeführt und auch von anderen Violinisten ins Repertoire aufgenommen.